Foto(s) der Woche #26 – Makrofotografie am Moorsee

Seit ein paar Tagen bin ich nun in Besitz eines gescheiten Makroobjektives. Am heutigen Samstag ging es früh raus ins Moor zusammen mit Sören von Naturfokussiert, um mich ein wenig in der Makrofotografie zu üben.
Ein paar Resultate des fotografischen Ausfluges seht ihr in diesem Blogpost!

Gegen 6 kamen wir im Moor an und hielten uns in Richtung eines Moorsees, dessen Ufer teils mit Flatterbinsen und Pfeifengras gesäumt ist. In dieser Vegetation sollten sich unsere fotografischen Wunschmotive zur frühen Stunde verstecken.
Doch Sören, ein erfahrener Makrofotograf mit geschultem Blick für die Insektenwelt, machte schnell eine Eintagsfliege sowie eine Falkenlibelle (Cordulia aenea) in den Gräsern ausfindig.

Die Vorteile dieses kühlen und bewölkten Morgens waren, dass wir zum einen über Stunden weiches Licht hatten (die Wolkendecke wirkt wie eine große Softbox). Die niedrigen Temperaturen sorgten zudem dafür, dass die gefundenen Insekten an den Gräsern sich nicht bewegten und wir in Ruhe an unserer Bildkomposition arbeiten konnten. Idealerweise war es auch noch windstill – ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn man mit Schärfentiefen im Millimeterbereich arbeitet. Stativ sowie eine Pflanzenklemme sind hier wichtige Arbeitsutensilien für den Makrofotografen, um Bewegungsunschärfen zu vermeiden.
Sören erklärte mir allerhand Wissenswertes über Libellen und die Makrofotografie und schnell hatte ich in dieser fotografischen Teildisziplin „Blut geleckt“. Ich probierte mich zunächst an der Eintagsfliege:

Sigma 105mm Makro
Eintagsfliege. Sony A77II | 105mm | f8 | ISO320 | 1/8 Sek.

Auch durch Abblenden war es oft nicht möglich alle Bereiche des Motivs in eine Schärfeebene zu bekommen. Da ich mich heute noch nicht mit der Methode des Fokus Stackings auseinandersetzen wollte, versuchte ich zumindest immer die Augen der Tiere scharf zu bekommen. Den Autofokus lies ich ausgeschaltet – der echte Makrofotograf arbeitet mit dem manuellen Fokus 😉
Als nächstes stand mir die Falkenlibelle Model:

Sigma Makro 105mm
Falkenlibelle. Sony A77II | 105mm | f5.6 | ISO320 | 1/8 Sek.

In der Zwischenzeit konnte Sören einige Libellenlarven kurz vor dem Schlupf (Emergenz) ausfindig machen. Ohne ihn hätte ich die nicht entdeckt. Auch der Schlupfvorgang würde ein spannendes Motiv bieten – wir harrten aus.
In der Zwischenzeit fotografierten wir eine Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) und auch ein Grasfrosch posierte kurz für uns.

Sigma 105mm EX DG Makroobjektiv
Bei der Arbeit…
Sigma 105mm Makroobjektiv
Frühe Adonislibelle. Sony A77II | 105mm | f7.1 | ISO320 | 1/6 Sek.
Sigma Makro 105mm
Frühe Adonislibelle. Sony A77II | 105mm | f7.1 | ISO320 | 1/3 Sek.
Sigma 105mm Makro
Im Auge des Grasfrosches. Sony A77II | 105mm | f3.5 | ISO320 | 1/30 Sek.

Zu guter Letzt dann hatten wir das Glück und konnten eine junge Adonislibelle beim Schlupf beobachten und wünschten ihr ein erfolgreiches Leben:

Sigma 150mm Makro
Adonislibelle beim Schlupf. Sony A77II | 105mm | f7.1 | ISO320 | 1/13 Sek.

Von meiner Seite aus bleibt erstmal zu sagen: Danke nochmal an Sören (schaut unbedingt auf seiner Seite vorbei) für die Einblicke in die Welt des Kleinen und den tollen fotografischen Morgen. Ich werde das Makroobjektiv nicht so schnell wieder von der Kamera nehmen. Ergebnisse werden wie immer hier auf dem Blog gezeigt!

Allen Lesern wünsche ich ein schönes Wochenende!

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13 Kommentare zu „Foto(s) der Woche #26 – Makrofotografie am Moorsee

  1. Hi, bin etwas späte Post aber ich hatte viel zu tun. Und Bilder mag ich lieber in Ruhe betrachten.
    Erstmal Gratulation zum neuen Objektiv, sicher ein hervorragende Entscheidung. Du kannst ja damit sooo viel machen, grenzenlos.
    Und Gratulation zum Ergebniss, toll. Mag nebst Vögel auch gerne Libellen angucken oder sonstige Käfer und Co. Sehr schöne Hintergründe, so zart und die Libellen sind somit toll in Szene gesetzt.
    Die Saison startet ja erst, hast also noch viel Zeit für diese Flügler. Schönes Weekend wünscht dir Thee.

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  2. Hallo Patrick,
    da Libellen meine zweite Leidenschaft sind, bin ich an deinem Beitrag sehr interessiert, und da wir mit der gleichen Kombination dies betreiben, erfreue ich mich an deinen Erfahrungsberichten darüber.
    Solltest du dich in der Makro-Fotografie einmal mit Fokus Stacking auseinander gesetzt haben, würde ich mich über einen Bericht sehr freuen. Das würde ich gern einmal machen, doch wie halten die lieben Libellen etc. so lange still?
    Herzliche Grüße
    Ruth

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    1. Hallo Ruth,
      Danke für dein Interesse! Ich bin bei meinen Libellen Ausflügen regelmäßig mit einem Bekannten unterwegs, der Fokus Stacking betreibt. Ich selber habe das bis dato noch nicht gemacht.
      Das Geheimnis der still sitzenden Libellen ist ganz einfach – du musst sehr früh morgens an windstillen Tagen vor Ort sein. Die Tiere sind von der nächtlichen Kälte im Moor gänzlich immobil. Sie sitzen dann an Halmen bis sie ausreichend durch die Sonne aufgewärmt sind. An manchen Tagen kannst du dann über Stunden mit den Tieren arbeiten!
      Schau mal auf der Seite naturfokussiert von Sören Franzenburg (unter meinen Links) vorbei. Mit ihm bin ich unterwegs und er ist echter Makroexperte – auch was Fokusstacking und Libellen angeht!

      LG,

      Patrick

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  3. Hallo Patrick,
    da fällt mir noch eine Besonderheit ein: einige „reine“ Libellen-Fotografen und auch -Kenner fotografieren mit einem 100 bis sogar 180 mm Makro-Objektiv, und um die Libelle ganz in den Fokus zu bekommen, mit Bl. 16 und Blitz.
    Da ich mit ihnen zusammen war, habe ich dies auch so gemacht. Die Libelle ist dann im Ganzen scharf, doch man hat nie einen weichen Hintergrund. Wenn du Lust hast, kannst du ja mal in meine „juwelenderluefte.com“ schauen.
    Ist sicher Ansichtssache, was einem besser gefällt. Dank deines Beitrages werde ich es in diesem Frühjahr mal ohne Blitz versuchen.
    Liebe Grüße
    Ruth

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