Meine Eindrücke vom Lowepro Flipside 400 AW Fotorucksack

Lange habe ich nach einem Fotorucksack gesucht, der möglichst all meinen Anforderungen gerecht wird. Seit einigen Monaten nutze ich nun den Lowepro Flipside 400 AW, mit dem ich sehr zufrieden bin. In diesem Erfahrungsbericht möchte meine Eindrücke mit dem interessierten Leser teilen. Vorneweg: Die eierlegende Wollmilchsau gibt es auch unter den Fotorucksäcken nicht. Einige Abstriche müssen wohl immer gemacht werden – mehr erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Unterwegs mit dem Lowepro Flipside 400 AW

Fotografisch war mein letzter Ausflug ins Moor ja eine absolute Nullnummer. Nachdem sich wenigstens die zwei Tage zuvor die Sonne zeigte (und das sogar recht kraftvoll) war es am Tag meiner Moorexkursion wieder bewölkt, windig und es nieselte. Die Wasserflächen waren immer noch zugefroren – zu sehen gab es daher nichts. Den Artikel über den Fotorucksack bereits im Kopf, nutzte ich die Zeit, um einige Produktfotos vom Lowepro Flipside 400 AW für diesen Erfahrungsbericht zu schießen. Wenn es vorbeigehende Spaziergänger gegeben hätte, sie hätten mich wohl für verrückt erklärt. Da arrangiert ein junger Mann im Moor seinen Fotorucksack und fotografiert ihn…

Doch nun zu meinem eigentlichen Erfahrungsbericht…

Meine Anforderungen an einen Fotorucksack

Lange Zeit habe ich einen sogenannten Slingshot Rucksack von der Firma Hama genutzt. Bei dieser Art von Rucksäcken geht der Gurt immer nur über eine Schulter, was den Vorteil hat, dass man die eigentliche Tasche einfach nach vorne ziehen und am Körper öffnen kann. Als ich noch mit meiner kleinen Sony NEX 3N fotografiert habe, war dieser Rucksack in der Regel ausreichend. Mit wachsendem Kameraequipment und spätestens mit dem Kauf meines Tamron 150-600mm hatte ich aber dann erweiterten Platzbedarf und die einseitige Belastung der Schulter durch das Slingshot Design sorgte bei mir immer wieder zu Schulter- und Kopfschmerzen bei längeren Touren.
Ein klassischer Fotorucksack mit zwei Trageriemen und ausreichend Platz musste her.

Folgende Punkte waren mir wichtig:

  • Guter Tragekomfort
  • Robustheit/Wetterschutz
  • Platz für eine Sony A77 II mit Batteriegriff und dem Tamron 150-600mm Teleobjektiv
  • Möglichkeit, ein Stativ zu transportieren
  • Platz für etwas Verpflegung bei längeren Fototouren
  • Handgepäck Tauglichkeit für eventuelle Reisen
  • Kein Muss, wäre aber nett: Platz für ein 15″ Laptop

Lange Zeit hatte ich mir die Rucksäcke der Firma F-Stop angeschaut und dort insbesondere das Modell Tilopa. Gar keine Frage – diese (auch optisch ansprechenden) Rucksäcke wären meinen Ansprüchen vollauf gerecht geworden. Allerdings waren und sind sie preislich jenseits dessen, was ich für einen Fotorucksack ausgeben wollte, zumal es bei F-Stop mit dem Kauf des Rucksackes alleine nicht getan ist. Die Firma produziert ein regelrechtes Rucksacksystem, dessen Herzstück die sogenannten ICUs (Internal Camera Units) sind. Diese schlagen dann nochmal mit ordentlich Euros zu Buche. Ich finde dieses System wirklich cool, erlaubt es doch den Rucksack voll und ganz nach den eigenen Ansprüchen zu konfigurieren. Nur wie gesagt – Preislich war es mir zwei Nummern zu viel.

Also galt es bei meiner Rucksacksuche wohl ein paar Kompromisse einzugehen. Fündig wurde ich letzten Endes beim Lowepro Flipside 400 AW.

Lowepro Flipside 400 AW
Der Lowepro Flipside 400 AW.

Der Rucksack im Detail

Auch Lowepro ist ein bekannter Hersteller von Fotorucksäcken. Eine beliebte Modellreihe sind die Flipside Rucksäcke (200, 300, 400 AW und 500 AW), die preislich glücklicherweise unter denen von F-Stop liegen.
Vom Design her gefallen sie mir nicht so gut wie der oben genannte Tilopa. Aber das sind ja nur Oberflächlichkeiten.
In den für mich wichtigsten Punkten entspricht der Flipside 400 AW (der zweitgrößte aus der Reihe) meinen Anforderungen – er hat Platz für meine A77 II mit Batteriegriff und dem Tamron 150-600mm und auch Tagesverpflegung sowie andere nützliche Utensilien kriege ich verstaut. Lediglich ein 15″ Laptop (wäre nützlich bei Reisen) bekomme ich nicht mehr unter. Die genauen Maße findet ihr hier auf der Homepage des Herstellers.

Wichtig anzumerken ist, dass bei allen Flipside Modellen das Kamerafach auf der dem Rücken zugewandten Seite geöffnet werden. Dafür muss der Rucksack übrigens nicht abgestellt werden, wie ich es im folgenden Bild demonstriere:

Lowepro Flipside
Wenn der Hüftgurt geschlossen ist, lässt sich das Kamerafach auch öffnen ohne dass man den Rucksack abstellen muss.
Lowepro Flipside 400 AW
Endlich Platz für mein Tamron 150-600mm.

Der Tascheninnenraum lässt sich im Übrigen frei mit den Klettpolstern unterteilen.

Lowepro Flipside 400 AW
Die Aufteilung ist des Kamerafachs nach den eigenen Bedürfnissen ist möglich.
Lowepro Flipside 400 AW
Platz für Speicherkarten und mehr.
Lowepro Flipside 400 AW
Platz für kleinere Utensilien und Verpflegung.

An den Außenseiten des Rucksackes befinden sich seitlich zwei Transportnetze, in denen sich z.B. Trinkflaschen transportieren lassen. Für Stative findet man an der Vorderseite eine Halterung sowie eine bei Bedarf ausklappbare Lasche für die Stativfüße.

Lowepro Flipside 400 AW Test Erfahrungsbericht
Unterwegs mit dem Lowepro Flipside 400 AW.

Das AW im Produktnamen steht für All Weather. Wetterfestigkeit ist mir bei meinen Ausflügen ins Grüne ja wichtig. Beim Flipside 400 AW ist eine Regenschutzhülle im Unterfach eingenäht, die man über den Rucksack ziehen kann – nützlich!

Lowepro Flipside
Die Regenhülle des Flipside 400 AW.

Meine persönlichen Eindrücke vom Flipside 400 AW

Stauraum bietet der Rucksack, wie erwähnt, massig. Wer mit schweren Profi-Telelinsen unterwegs ist, sollte sich jedoch lieber nach einem größeren Vertreter umschauen – ein 500mm f4 Teleobjektiv bekommt ihr nicht verstaut!
Einziger Wermutstropfen für mich ist die fehlende Möglichkeit, auf Reisen einen Laptop einzupacken. Lediglich ein Tablet würde Platz finden.
Handgepäcktauglich ist der Rucksack in jedem Falle, wie ich es bei Inlandsflügen bereits erproben konnte. Das war mir persönlich ja sehr wichtig, weil ich mein Kameraequipment niemals mit dem normalen Gepäck aufgeben würde!

Bei der Verarbeitung gibt es fast nichts zu meckern. Der Rucksack ist sehr formstabil und wirkt wertig und robust. Lediglich auf der Innenseite im Kamerafach hat mit der Fuß der  Stativschelle meines Teleobjektives relativ schnell eine Stelle aufgescheuert – für die war nicht ausreichend Platz. Stativschellen solltet ihr also ggf. seperat transportieren.
Die Regenhülle hat bereits einigen starken Regengüssen bei meinen Ausflügen standgehalten – hier braucht man sich wirklich keine Sorgen um die Ausrüstung machen. Allerdings muss ein eventuelles Stativ an der Halterung des Rucksackes entfernt werden, um den Regenschutz überziehen zu können.

Der Tragekomfort ist ausgezeichnet – das konnte ich bei einigen langen Touren bereits erfahren. Ist der Rucksack an die eigene Körpergröße angepasst, bekommt man nach drei Stunden Fußmarsch keine Rücken- und Nackenschmerzen. Das ist auch der angenehm dicken Polsterung zu verdanken. Der Hüftgurt stützt hier zusätzlich und sorgt für eine bessere Verteilung des Schwerpunktes.

Lowepro Flipside 400 AW
Der Flipside 400 AW besitzt eine sehr ordentliche Polsterung.

Nur schwitzen werdet ihr am Rücken, all den fancy Lüftungen zum Trotz, nach einer 7 km Wanderung dennoch 😉

Mein Fazit

Momentan ist der Lowepro Flipside 400 AW* der (fast) perfekte Begleiter auf meinen Fototouren für mich. Ausstattung, Tragekomfort und Verarbeitung sind über jeden Zweifel erhaben.

Lediglich für zukünftig geplante, mehrtägige Trekkingtouren mit Kamera müsste ich mir eine andere Lösung einfallen lassen – der Flipside 400 AW wäre hierfür nicht geeignet. Hier kämen wieder die Rucksäcke von F-Stop ins Spiel, die je nach Größe auch Möglichkeiten bieten, Camping Equipment mitzunehmen. Ob dies dann in einem Flugzeug allerdings noch als Handgepäck gelten würde, darf bezweifelt werden. Und auch der Preis einer solchen Transportlösung wird nochmal deutlich höher liegen.
Doch wie eingangs erwähnt – die eierlegende Wollmilchsau unter den Kamerarucksäcken gibt es nicht. Hier würden mich eure Erfahrungen interessieren, insbesondere bei mehrtägigen Fototouren. Welche Rucksäcke nutzt ihr? Seid ihr zufrieden?

Schreibt es doch einfach in die Kommentare!

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14 Kommentare zu „Meine Eindrücke vom Lowepro Flipside 400 AW Fotorucksack

  1. Hi Patrick,
    Glückwunsch – den 400er trage ich auch auf dem Rücken. Allerdings trage ich das Stativ wieder auf der Schulter – ein großes Berlebach trägt er eben nicht. Aber auch da muss man Kompromisse eingehen. Wie machst Du das beim Tamron mit der Stativschelle? Nimmst Du die ganz ab oder drehst Du die so hin, dass es gerade so passt und ggf. etwas drückt?

    LG
    Timo

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    1. Hey Timo!
      Ich nehme die Stativschelle ganz ab. Wenn ich sie so hindrehe, dass es gerade passt, schleift sie zu sehr an der Innenseite und rauht u.U. das Material auf.
      Man könnte natürlich auch ein ppar der Trennpolster rausnehmen und die Schelle komplett zur Seite drehen.
      LG
      Patrick

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  2. Hey netter Artikel, nach Indonesien stand ich vor der selben Entscheidung und hab dann doch tiefer in die Tasche gegriffen und mich für einen f-stop entschieden. Zum campen reicht der aber bestimmt nicht, bzw ist dann nicht ausreichend gepolstert. Eine Möglichkeit wäre aber die icu n nen normalen wanderrucksack zu packen. Ob dann aber zusätzlich auch ein f-stop Rucksack sein muss ist fraglich…
    Schönen Gruß und weiter viel Erfolg mit dem Blog (was ist eigentlich aus der Video Idee geworden- kann man dich demnächst bei youtube sehen?)
    Holger

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    1. Hey Holger, danke für deinen Kommentar!
      Meines Wissens nach gibt es doch auch größere F-Stop Modelle, mit denen man zumindest längere Touren machen könnte. Aber die ICU in den Trekking Rucksack ist natürlich eine Idee! Habe ich gar nicht dran gedacht.
      Für Youtube habe ein paar Ideen im Hinterkopf, die müssten mal angegangen werden 🙂
      LG, Patrick

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  3. Hi Patrick
    erstmals Glückwunsch zum neuen Rucksack. Nun, das ist wohl ein Thema welches nie zu Ende geht. Ob es den wirklich absoluten Wunschrucksack überhaupt gibt ? Ich denke Abstriche müssen die meisten machen.
    Ich kann gar nicht mehr zählen was bereits in meinem Besitz war.
    Auch ich muss Abstriche machen. Habe mir damals den neuen Rucksack von Mindshift Gear gekauft damit ich die D 5 mit Konverter und 500 Festbrennweite an einem Stück einpacken kann. Sonnenblende natürlich verkehrt drauf, logo. Ist Flugzeugtauglich und angenehme zu tragen. Hat viele Seitentaschen, Laptop geht rein etc. Mein Wermutstropfen: wenig Platz für Picknick 😦 Wenn ich nur eine kleine Tour mache reicht es für Getreideriegel, Sandwich und einen Apfel. Könnte auch mein Trinksystem einbauen, sprich den Wasserschlauch wo vorne dann zum zeihen am Rohr ist. Aber mehr geht da nicht rein.

    Hatte mal einen mit einem guten Daypack oben auf. Ich liebte diesen Rucksack aber bei dem stänkerte das Kabinenpersonal, er sei zu gross. Nun, die Lösung wäre, 2 zu haben. Einen zum Reisen und einen für hier in der CH.

    Wünsche dir aber viel Spass damit und schöne Touren. Gruss aus der CH, Thee

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  4. Moin Patrick,
    freu mich, daß du mit dem Rucksack zufrieden bist. Ich selber nutze den FW500 und kann nichts negatives finden. Ich suchte einfach was stabiles, wo man die Fächer anpassen kann, da bei meinen unterschiedlichen Linsen einfach Flexibilität gefragt ist. Den Regenschutz find ich klasse und die Befestigung des Stativs ist für mich ausreichend, da ich nur ein Reisestativ verwende. Wichtig war für mich der Tragekomfort, von daher suchte ich nach einem Rucksack mit Brustgurt, damit das schwere Fotozeug nicht so auf den Buckel drückt 😉 Nachteil ist natürlich das Maß, sodaß ich es nicht wagen werde, den Rucksack als Handgepäck mit in den Flieger zu nehmen. Ich denke das gibt nur Diskussionen…

    LG kiki

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      1. Hallo Patrick,
        auf Fernstrecke „specke“ ich rigoros ab. Da muß dann das Modell FW300 reichen. Lensbabys gehen in’s Hauptgepäck, ebenso Filter oder auch das ein oder andere m42 Objektiv. Da geht nix dran kaputt.
        Oft nehme ich auch nur einen „normalen“ Rucksack mit, wo ich das Zeugs dann in Köchern, bzw Kameratasche reinpacke. Ich besitze einen transportablen „Safe“ von Pacsafe, darin verstaue ich das Zeugs und kette es im Zimmer irgendwo an. Da ich oft in Hostels absteige, ist mir diese Methode am liebsten. Kommt halt immer auf die Art der Reise an. Hier in D ist der FW500 schon fast zu klein. da könnte es auch gerne was von Eckla sein, zumindest auf Helgoland 😉
        LG kiki

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