Foto(s) der Woche #19 – Nebelmorgen im Moor

Vor zwei Tagen hieß es für mich sehr früh „Aufstehen“ – um 4:00 Uhr klingelte der Wecker, denn ich wollte diesen Spätsommermorgen unbedingt nutzen, um mein Lieblingsmoor bei Frühnebel und Sonnenaufgang zu fotografieren. Ich persönlich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden – aber seht einfach selbst und lest, wie das Foto entstand!

Etwas zu früh kam ich nach 30 km Autofahrt am Moor an. Es war immer noch stockfinster und auf der Feldstraße zum Moor lag dichter Nebel. Ich frühstückte etwas, bis ich mich bei Anbruch der Dämmerung auf die Suche nach dem passenden Motiv machte. Es herrschte komplette Windstille und abseits des Moorpfades waren irgendwo im Nebel ein paar Gänse sowie Kraniche zu vernehmen. Gelegentlich raschelte es in den Sträuchern, ohne das ich ausmachen konnte, welches Tier dafür verantwortlich war. In größerer Entfernung war sogar das Röhren eines Hirsches zu hören – näher kann man der Natur wohl kaum sein. Ich jedenfalls fühlte mich gut so ganz alleine im Moor, während im Osten ganz langsam der Tag anbrach und die Sonne die Wolken allmählich in ein violettes Licht tauchte.

Eine Birke schien mir für einen Blickfang im Bild geeignet in dieser sehr ebenen, schleswig-holsteinischen Landschaft. Ganz bewusst wollte ich die Gestaltung des Fotos schlicht halten und einfach die ruhige Stimmung des anbrechenden

Moor Sonnenaufgang
Das Moor im ersten Licht.

Tages transportieren. Näher an die wiedervernässten Flächen des Moores kam ich leider nicht. Aber auch das mit Tau benetzte Pfeifengras sowie die darin gesponnenen Spinnennetze würden einen guten Bildvordergrund abgeben. Also baute ich die Kamera mitsamt Stativ und Grauverlaufsfilter auf und begann zu fotografieren. Immer wieder machte ich Belichtungsreihen, die mir später ermöglichen sollten, wenn nötig, zwei oder mehr Bilder zu einem Foto mit höherem Dynamikumfang zusammenzufügen. Diese Art des Fotografierens praktiziere ich mittlerweile bei Landschaftsbildern sehr häufig.

Spannend zu beobachten war, wie schnell sich die Lichtverhältnisse änderten. Tatsächlich war an diesem Morgen das Licht noch vor dem eigentlichen Sonnenaufgang am schönsten, da es die Wolken herrlich violett färbte. Nachdem die Sonne über dem Horizont stand, ging ich noch eine ganze Weile durch das Moor und hielt Ausschau nach weiteren Motiven.

Das finale Bildergebnis – Nebelmorgen im Moor. Sony A77 II | 20mm | ISO 100 | f13 | zusammengefügt aus 2 unterschiedlich belichteten Einzelbildern

Gegen halb 9 war auch der letzte Nebel verschwunden. Nun kam noch einmal der Herpetologe in mir durch und ich hoffte, dass sich vielleicht das eine oder andere Reptil zeigen würde, um sich in der Sonne auf Temperatur zu bringen. Und was hatte ich für ein Glück – meine Augen fixierten auf einem kleinen Hügel einen beinlosen Körper. Es war eine Schlingnatter, Schleswig-Holsteins seltenste Schlangenart, die sich gerade gesonnt hatte, aber mich offensichtlich bemerkte und unter den nächsten Stein kroch. Der Morgen war nun wirklich perfekt für mich!

 

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13 Kommentare zu „Foto(s) der Woche #19 – Nebelmorgen im Moor

  1. Du hast ja spannende Sachen, da folge ich mal. Wir kennen uns ja vom Reisefeder-Blog, jetzt habe ich ein neues Blogbaby, vielleicht magst du ja mal bei mir vorbeischauen. Darüber würde ich mich freuen. So oder so wünsche ich dir einen guten Rutsch, Andrea

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