Vorgestellt: Zwei nützliche Android Apps für Fotografen

Smartphone Apps für Fotografen können ein nützliches Werkzeug bei fotografischen Unternehmungen sein. Seit kurzer Zeit nutze ich ein Smartphone mit Android Betriebssystem und habe damit Zugang zu einer Reihe von interessanten Anwendungen, die ich mittlerweile gerne für meine Landschaftsfotografie nutze. Zwei von ihnen möchte ich in diesem Artikel kurz vorstellen.

Zugegeben: Gute (Landschafts-) Fotos wurden auch schon gemacht, lange bevor iPhone und Co Einzug in unser Leben gehalten haben. Wenn man mich also fragen würde, ob man diese oder jene Fotografie App braucht, so würde ich diese Frage mit einem „Nein“ beantworten. Dennoch fand ich schon immer Gefallen an technischen Neuerungen bzw. an den Möglichkeiten, die diese mitunter bieten, denn sie können vieles einfacher machen.

Bereits in vorherigen Artikeln habe ich erwähnt, dass ich meine Fotos (insbesondere in der Landschaftsfotografie) gerne genauer plane.
Zu welcher Zeit habe ich das beste Licht? Wo genau geht die Sonne unter? Von wann bis wann dauert die blaue Stunde? Welcher Aufnahmestandpunkt ist geeignet?
Das sind alles Fragen, die ich mir in der Landschaftsfotografie regelmäßig stelle. Und hier kommt die erste der zwei Apps ins Spiel:

Sun Surveyor

Sun Surveyor Android
Sun Surveyor App für Android.

Sun Surveyor ist vielen Landschaftsfotografen sicherlich bereits ein Begriff. Die App ist sowohl für Android als auch für iOS erhältlich. Kostenpunkt im Google Play Store sind zur Zeit 8,49 € – sicherlich ein stolzer Preis. Eine kostenlose Lite Version mit deutlich reduziertem Funktionsumfang ist ebenfalls erhältlich.

Doch was bietet die App eigentlich? Da wäre zunächst der 3D-Kompass (auch in der Lite Version verfügbar), mit dem sich, immer ausgerichtet nach der eigenen Orientierung, der Sonnen- und Mondstand zu verschiedenen Tages-/Jahreszeiten und an verschiedenen Standorten visualisieren lässt.

3D Kompass Sun Surveyor
Die 3D-Kompass Funktion von Sun Surveyor.

Hierfür kann man die interne Handyortung nutzen oder aber gezielt nach Standorten suchen.
Im nächsten Feature, der Kartenansicht der App (nicht in der Lite Version verfügbar), kann man sich die Sonnen- und Mondstände zu den unterschiedlichen Zeiten auf der Google Karte zeigen lassen. Das ist besonders nützlich für mich, wenn ich beispielsweise den Sonnenauf- oder untergang an der Steilküste fotografieren möchte und dafür nach einem passenden Standpunkt suche. Denn nicht zu jeder Jahreszeit ist der Sonnenuntergang an meinem bevorzugten Strandabschnitt zu sehen – nur an den langen

Kartenansicht Sun Surveyor
Die Kartenansicht von Sun Suveyor – hier werden gerade die Positionen des Sonnenauf- und unterganges dargestellt.

Sommertagen ist das überhaupt möglich. Mit Hilfe der App konnte ich die geeignete Stelle bereits im Voraus auswählen. In der Kartenansicht lässt sich dabei zwischen dem normalen Kartentyp als auch der Satellitenkarte wechseln. Ebenfalls lässt sich einstellen, ob sich die Karte nach der eigenen Orientierung ausrichtet oder aber fixiert ist.

Sun Surveyor
Wichtige Informationen für den Landschaftsfotografen.

Unter dem Menüpunkt „Details“ (auch in der Lite Version verfügbar) sind diverse Informationen wie zum Beispiel Zeitpunkt des Sonnenauf- und unterganges, Beginn und Dauer der goldenen und blauen Stunde, Sichtbarkeit der Milchstraße und aktuelle Mondphase am gewählten Standpunkt aufgelistet. Sehr hilfreich, wie ich finde.

Ebenfalls integriert in die App ist eine „Augmented Reality“ Funktion, bei der in das Bild der Smartphone Kamera beispielsweise der Sonnenverlauf und die Position des Sonnenunterganges projiziert werden. Damit das exakt funktioniert, ist eine Kalibrierung des Smartphones nötig. Bei meiner letzten Fototour habe ich diese Funktion sehr gerne während der Motivsuche genutzt.

Live Ansicht Sun Surveyor
Die Liveansicht – der Verlauf der Sonne wird in das Kamerabild projiziert.

Wie lautet mein Fazit für die App? Nun, nicht jeder wird (verständlicherweise) 8,49€ für eine Smartphone App ausgeben wollen. Wer sein Foto intensiver planen möchte, kann dies sicherlich auch gratis am heimischen Rechner machen und die kostenlose Lite Version von Sun Suveyor bietet ja ebenfalls einen brauchbaren Funktionsumfang. Ich aber fand es reizvoll, einen wirklich umfangreichen Planer für meine Landschaftsfotos immer dabei haben zu können (gerade auf Reisen). Da habe ich dann mal über den stolzen Preis hinweg gesehen (gerade weil sicherlich auch eine Menge Programmierarbeit in der Anwendung steckt). Bei meinen Fototouren hat die App bisher gute Dienste geleistet. Bei aller Planung, die für ein gutes Foto erforderlich sein kann, sollte ich aber auch die Freuden der spontanen, ungeplanten Fotografie nicht vergessen und das Smartphone gelegentlich mal zu Hause lassen.

 

Die zweite App, die in diesem Artikel vorstellen möchte ist eigentlich schnell beschrieben und bedarf nicht vieler Worte. Sie ist mir bei Langzeitbelichtungen jedoch ein hilfreicher Assistent:

Exposure Calculator

Exposure Calculator App
Oberfläche des Exposure Calculator.

Apps, die bei der Berechnung der korrekten Belichtungszeit helfen, gibt es Unzählige. Ich habe ich mich hier (zufällig) für den kostenlosen Exposure Calculator für das Android Betriebssystem entschieden. Er ist einfach und intuitiv zu bedienen. Auf der Benutzeroberfläche lassen sich Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert sowie Stärke eines eventuellen ND-Filters variabel einstellen. Möchte ich nun z.B. eine Langzeitbelichtung durchführen und habe die an der Kamera verwendeten Werte für Blende, ISO und die durch die Kamera errechnete (oder persönlich gewünschte) Belichtungszeit (ohne Filter) in die App eingegeben, so kann ich unter Angabe des verwendeten ND-Filters die neue, erforderliche Belichtungszeit errechnen lassen. Das habe ich früher häufiger (relativ unzuverlässig) im Kopf gemacht. So weiß ich, dass mein 3.0 ND-Filter 10 Blendenstufen Licht schluckt bzw. die Belichtungszeit um das 1000fache verlängert. Da mein Kopf nicht der zuverlässigste Rechner ist, verlasse ich mich hier lieber auf das Programm 😉 . Letzten Endes kann ich auf der Benutzeroberfläche mit allen Variablen spielen und mir

Exposure Calculator Timer
Der Timer.

jedes Mal die veränderten Belichtungszeiten kalkulieren lassen. Als Extra bietet die App einen Belichtungstimer, der bei Bedarf die Belichtungszeit runterzählt und am Ende einen Signalton gibt.  Da ich nur einen sehr einfachen Kabelauslöser ohne Timer habe, kommt mir das sehr entgegen!

Mein Fazit zu dieser App: Kann immer wieder nützlich sein (gerade bei Langzeitbelichtungen) und da sie kostenlos ist, macht man mit ihr auch definitiv nichts falsch!

Zum Abschluss würde mich interessieren, ob ihr ebenfalls gelegentlich Apps als Hilfsmittel bei eurer Fotografie nutzt und wenn ja, welche? Schreibt es mir doch in die Kommentare!

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5 Kommentare zu „Vorgestellt: Zwei nützliche Android Apps für Fotografen

  1. Hi Patrick
    danke für die Infos auch wenn ich iPhone besitze. Ich denke all diese Apps erleichtern einem die Arbeit.
    Ich benütze hauptsächlich den Calc für den ND Filter. Mag nicht immer Kopfrechnen;-)
    Und den Sonnenstand vorher herauszufinden ist nützlich wenn man auf Reisen ist und nicht zu viel Zeit lange die im Vorfeld zu eruieren.
    Schönes WE wünscht dir Thee

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  2. Hallo Patrick ,

    Ich möchte mich für den tollen und hilfreichen Artikel bedanken. Solch eine App suche ich schon ewig !!!!!!!!!
    Vor 3 Jahren wollte ich den Vollmond hinter dem schönsten Leuchtturm Deutschlands aufnehmen. Wetter passte perfekt, Uhrzeit super, nonnengänse fielen ein, nur der Mond ging ganz woanders auf, obwohl ich vorher auf der Karte nachgesehen hatte.
    Also beste Grüße und machen sie weiter!

    Ihr Uwe Albrecht

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