Die Schlangen Schleswig-Holsteins – Ein kurzes Artenportrait

Wer gelegentlich hier in diesem Blog einmal vorbeischaut, wird vielleicht schon bemerkt haben, dass ich eine Leidenschaft für Reptilien habe. Dabei gilt mein besonderes Interesse den heimischen Schlangenarten und deren Schutz. Mittlerweile engagiere ich mich ehrenamtlich als auch nebenberuflich bei Reptilienkartierungen in Schleswig-Holstein (Schlingnatter, Kreuzotter und Zauneidechse).
Da gerade Schlangen immer noch häufig mit (falschen) Vorurteilen konfrontiert sind, möchte mit diesem Artikel ein klein wenig Aufklärung über diese wirklich faszinierenden Tiere betreiben.
Dabei konzentriere ich mich (als Wahl-Schleswig-Holsteiner) allerdings zunächst auf die 3 in Schleswig-Holstein heimischen Schlangenarten, da diese zugleich die häufigsten und am weitesten verbreiteten Arten in ganz Deutschland sind.
Dabei handelt es sich um:

  • die (Östliche) Ringelnatter (Natrix natrix)
  • die Schlingnatter (Coronella austriaca)
  • die Kreuzotter (Vipera berus)

Die anderen 3 in Deutschland heimischen Schlangenarten Aeskulapnatter (Zamenis longissimus), Würfelnatter (Natrix tessellata) und Aspisviper (Vipera aspis) kommen leider nur noch reliktartig in Deutschland vor.

Update 8.8.2017
Die bisher als Unterart der Ringelnatter (Natrix natrix) geltende Barren-Ringelnatter (Natrix natrix helvetica), die bei uns im Westen der Republik vorkommt, wurde kürzlich in den Artstatus erhoben. Mit der Barren-Ringelnatter als eigene Art (nun Natrix helvetica) gibt es jetzt offiziell 7 Schlangenarten in Deutschland. Mehr Infos dazu hier.

In Schleswig-Holstein kommt natürlicherweise jedoch nur die östliche Art der Ringelnatter (Natrix natrix) vor.
Alle 7 heimischen Schlangenarten sind streng geschützt und dürfen nicht gefangen oder gar getötet werden. In vielen Gebieten sind die Bestandszahlen aufgrund von Lebensraumverlust und immer wieder auch durch illegale Tötungen rückläufig.

Anfangen bei meinem Artenportrait möchte ich mit der in Deutschland (und Schleswig-Holstein) am häufigsten und weitesten verbreiteten Schlange:

Ringelnatter (Natrix natrix)

Hier seht ihr ein Kopfportrait, dass die typischen gelben Halbmondflecken hinter dem Kopf erkennen lässt:

Ringelnatter
Ein Ringelnatterweibchen sowie ein kleineres Männchen beim Sonnenbad.

Neben diesen Flecken am Hinterkopf ist eine silber-graue Grundfärbung des schlanken Körpers typisch, wobei auch sehr dunkle oder gar schwarze (melanistische) Exemplare gelegentlich vorkommen. Ringelnattern erreichen Längen von 70-120cm. Gelegentlich findet man auch größere Exemplare. Die Rückenschuppen der Ringelnatter sind gekielt. Die Pupillen der Ringelnatter sind rund – bei einheimischen Schlangenarten ein eindeutiger Hinweis, dass die Schlange ungiftig ist, denn alle heimischen Giftschlangen besitzen geschlitzte Pupillen.

Natrix
Ein Ringelnattermännchen.

Ringelnattern sind überwiegend Bewohner feuchter Habitate wie Moore, Feuchtwiesen, Teiche und Bäche mit ausreichend Versteck- und Sonnenplätzen. Immer wieder werden sie aber auch an Waldrändern und sogar in Gärten gefunden. Wichtig ist das Vorkommen von ausreichend Beutetieren, welche bei Ringelnattern hauptsächlich aus Amphibien bestehen. Die Aktivitätsperiode der Ringelnatter dauert meist von April bis Mitte Oktober. Die Wintermonate verbringt sie dann in frostsicheren Verstecken, oft zusammen mit anderen Reptilien wie z.B. der Kreuzotter.
Die Ringelnatter ist für den Menschen vollkommen harmlos. Wird sie in die Enge getrieben oder gar ergriffen (was in Deutschland gesetzlich verboten ist), hat sie verschiedene Verteidigungsstrategien: So zischt sie laut und führt meist Scheinbisse aus, entleert ein stinkendes Sekret aus ihren Analdrüsen oder stellt sich sogar tot. Ringelnattern sind sehr scheu und flüchten bei Störungen sehr schnell. Oft sieht man dann, wenn überhaupt, nur noch den Schwanz im nächsten Gebüsch verschwinden.

Schlingnatter (Coronella austriaca)

Die in Deutschland nach der Ringelnatter häufigste und am weitesten verbreitete Schlangenart ist die unscheinbare Schlingnatter. Vielen Menschen ist diese Art jedoch aufgrund ihrer sehr versteckten Lebensweise überhaupt nicht bekannt. In Schleswig-Holstein ist die Schlingnatter allerdings die seltenste Schlangenart und z.Zt. nur von 8 Vorkommen bekannt. Weitere Populationen sind jedoch nicht auszuschließen, da die Art so heimlich lebt und häufig übersehen wird. Seit einigen Jahren wird in Schleswig-Holstein ein Schlingnattermonitoring durchgeführt, um u.a. die aktuelle Verbreitung im Bundesland und ungefähre Populationsgrößen zu ermitteln.

Schlingnatter Schleswig-Holstein
Adulte Schlingnatter beim Sonnenbad. Auf dem Rücken sieht man die 2 Längsreihen aus Flecken.
Schlingnatter Moor
Schlingnatter in einem Moorgebiet in Schleswig-Holstein.

 

Da vielen Menschen diese Art nicht bekannt ist, wird sie häufig, sofern man sie denn entdeckt, mit der Kreuzotter verwechselt (mit der sie teilweise in den gleichen Gebieten auftritt). Den beiden Arten gemeinsam ist die silbergraue oder bräunliche Grundfärbung. Es gibt jedoch eindeutige Unterscheidungsmerkmale:

Schlingnatter Schleswig-Holstein
Ein Schlingnatterjungtier mit gut erkennbarer, runder Pupille. Die Kreuzotter besitzt hingegen schlitzförmige Pupillen.

 

Schlingnatter Kreuzotter Vergleich
Auf den ersten Blick leicht zu verwechseln: Kreuzotter (oben) und Schlingnatter (unten).

So besitzt die Schlingnatter runde Pupillen im Gegensatz zu den geschlitzten Pupillen bei der Kreuzotter. Zudem weist die Schlingnatter kein durchgehendes Zick-Zack Band auf dem Rücken auf, sondern besitzt 2 aus Flecken bestehende Längsstreifen, die gelegentlich auch verschmelzen. Die Schuppen der Schlingnatter sind ungekielt und glatt (daher auch der ebenfalls gebräuchliche Name Glattnatter). Bei Kreuzotter und Ringelnatter finden sich hingegen gekielte Rückenschuppen.

Schlingnatter Jungtier juvenil Monitoring
Ein Schlingnatterjungtier, kurzzeitig gefangen während des Monitorings in Schleswig-Holstein. Dies ist nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt! Gut zu erkennen sind die runden Pupillen, die sie von der Kreuzotter unterscheiden.

Insgesamt ist die Schlingnatter eine kleine und sehr schlanke Art – Kreuzottern wirken eher gedrungen. Die Durchschnittslänge beträgt 50 – 60 cm. Nur in nördlichen Breiten werden auch mal Tiere von 80 cm Länge gefunden.
Die Art ist wärmeliebend und ein Bewohner einer Vielzahl an trockenen Lebensräumen. Dazu gehören u.a. trockene Hochmoorbereiche (v.a. in Pfeifengrasbeständen), Heidelandschaften, Waldränder, Trockenrasen aber auch Trockenmauern in Weinbergen oder Bahnböschungen etc. Wichtig ist jedoch immer ein kleinräumiger Wechsel aus offenen, besonnten Bereichen und Bereichen mit ausreichend Versteckmöglichkeiten bestehend aus Gehölzen, Steinen oder Grasbulten. Zudem muss ausreichend Nahrung in Form von anderen Reptilienarten vorhanden sein (z.B. Zaun- und Waldeidechse, Blindschleiche).

Versteck Schlingnatter
Schlingnatterhabitat in Schleswig-Holstein. Links unten im Bild liegt ein künstliches Versteck, das zum Nachweis der Art dient.

Genau wie die oben genannte Ringelnatter ist die Schlingnatter für den Menschen absolut ungefährlich! In den allermeisten Fällen bemerkt der Mensch ihre Anwesenheit nicht einmal, da die Tiere die Tendenz haben, sich bei Annäherung ruhig zu verhalten und nicht wie andere Arten zu flüchten. Schlingnattern vertrauen da ganz auf ihre Tarnung. Würde man sie doch entdecken und ergreifen, was in Deutschland nur mit Sondergenehmigung erlaubt ist, wehrt sie sich oft mit Abwehrbissen, bei denen sie nicht sofort wieder loslässt.
Die Aktivitätsperiode dauert ähnlich lange wie die der Ringelnatter von Mitte April bis Anfang Oktober, doch werden gelegentlich auch weitaus spätere Funde gemeldet.

Die dritte Art im Bunde ist die

Kreuzotter (Vipera berus)

Die Kreuzotter ist die einzige, in Schleswig-Holstein vorkommende Giftschlange. In Deutschland ist sie eine von zwei Giftschlangenarten (neben der Aspisviper). Das Erscheinungsbild dieser Viper ist faszinierend vielseitig. Üblicherweise hat sie eine graue bis rot-bräunliche Grundfärbung sowie das charakeristische, dunkle Zick-Zack Band auf dem Rücken, jedoch existieren auch komplett schwarze („Höllenotter“) und rote („Kupferotter“) Exemplare. Im folgenden zeige ich ein paar Fotos, die die Variabilität der Art verdeutlichen:

Kreuzotter
Kreuzotter. Gut zu erkennen sind die gekielten Rückenschuppen.
Kreuzotter melanistisch schwarz Jungtier
Schwarzes (melanistisches) Kreuzotter Jungtier.
Kreuzotter
Orange-braunes Jungtier einer Kreuzotter.
Kreuzotter
Adultes Kreuzotter-Männchen

Charakteristisch und auf den Bildern gut zu erkennen ist die geschlitzte Pupille, die hier in Deutschland ein eindeutiges Zeichen ist, dass du es mit einer Giftschlange zu tun hast. Das ist jedoch, wie ich gleich erläutern werde, überhaupt kein Grund zur Panik! Die Kreuzotter ist eine eher gedrungen wirkende Schlange mit einer Durchschnittslänge von 50 – 60 cm. Wie bei der Schlingnatter werden deutlich größere Exemplare (>80 cm) i.d.R. nur in nördlicheren Breiten gefunden. Die Kreuzotter ist übrigens die einzige Schlangenart, die auch oberhalb des Nordpolarkreises, z.B. in Norwegen, angetroffen werden kann. Ist das nicht faszinierend? Überhaupt ist sie ein sehr robustes Reptil und gelegentlich schon Ende Februar wieder beim ausgiebigen Sonnenbaden zu beobachten (manchmal sogar zwischen Schneeresten).
Kreuzottern sind typische Bewohner von Hochmooren aber auch Heiden, Dünenlandschaften und lichte Wälder und Waldränder werden von ihr bewohnt. Wichtig sind ausreichend Versteckmöglichkeiten und Sonnenplätze sowie genügend Beutetiere (Wühlmäuse, Braunfrösche, Waldeidechsen).
Wie erwähnt, ist die Kreuzotter eine Giftschlange. Vielen Menschen treibt der Gedanke an eine Begegnung mit so einem Gifttier den Angstschweiß auf die Stirn. Doch Angst ist völlig unangebracht. Respekt sollten Sie ihr (wie jedem Wildtier) natürlich entgegenbringen. Solange man aber eine Kreuzotter nicht fängt, auf sie tritt oder anderweitig in die Enge treibt wird sie sich niemals aggressiv verhalten, sondern den Rückzug antreten oder Sie zumindest ignorieren. Es sind nämlich äußerst scheue Tiere, die gar kein Interesse daran haben, Menschen zu attackieren. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war es tatsächlich so, dass eine Kopfprämie auf getötete Kreuzottern ausgesetzt wurde. So wurden die Tiere zu Tausenden erschlagen. Wer musste hier also wen fürchten? Bedenken sollte man v.a. eines: Die Kreuzotter benötigt ihr Gift zum Beuteerwerb. Es ist viel zu kostbar (da energieaufwendig zu produzieren), um es einfach durch einen Biss an einen Menschen zu verschwenden. Selbst wenn es zu einem Abwehrbiss kommen sollte, ist nicht gesagt, dass auch tatsächlich Gift injiziert wird. Die Giftmenge (des zugegebenermaßen potenten Giftes), die eine Kreuzotter produziert ist zu gering um einen gesunden, erwachsenen Menschen zu töten. Komplikationen sind am ehesten bei Allergikern, Kindern oder sehr alten Menschen zu erwarten. Der letzte bestätigte, eindeutig durch eine Kreuzotter verursachte Todesfall in Deutschland erfolgte im Jahre 1959 (Quelle: Wikipedia). Selbstverständlich sollte ein Kreuzotterbiss in jedem Falle ärztlich behandelt werden, Grund zur Panik ist er jedoch nicht. Um das Risiko zu minimieren, empfiehlt es sich in Gebieten mit Kreuzottervorkommen festes Schuhwerk und lange Hosen zu tragen.

Anmerkung:
Noch etwas mehr Vorsicht sollten Hundebesitzer walten lassen. Für den besten Freund des Menschen endet ein solcher Biss häufiger einmal tödlich – daher empfiehlt es sich, Hunde in Gebieten mit Kreuzottervorkommen anzuleinen (in ausgewiesenen Naturschutzgebieten ist das ohnehin Pflicht) und darauf zu achten, dass ihr Vierbeiner einer solchen Schlange nicht zu nahe kommt. Eine Notfall-Checkliste für den Fall eines Bisses verlinke ich hier.

Um zu beruhigen: Ich habe mittlerweile dutzende dieser Tiere in ihrem natürlichen Habitat beobachten können, bin unzählige Male in Gebieten mit Kreuzottern unterwegs gewesen. Noch nie hat sich eine dieser Vipern mir gegenüber aggressiv verhalten. Wer sich vorsichtig bewegt, entdeckt vielleicht einmal eines dieser scheuen Tiere und kann sie in Ruhe beobachten, ohne dass sie gleich im nächsten Versteck verschwinden.

Kreuzotter
Ein kleines Suchbild – wer findet die Kreuzotter?

Die folgenden Bilder entstanden in ca. 1,50 m Entfernung zu den Tieren, ohne dass sie sich mir gegenüber aggressiv verhielten – warum sollten sie auch? Wie gesagt, Respekt ist angebracht – Angst nicht!

Kreuzottern
Kreuzotter Fotoshooting
Kreuzottern Sonnenbad
Kreuzottern beim Sonnenbad im Gleisbett.
Keep your environment clean!

Gibt es Fragen? Gerne können diese unten mit der Kommentarspalte gestellt werden. Eventuelle Schlingnatter- oder auch andere Schlangenfunde in Schleswig-Holstein dürfen gerne per persönlicher Nachricht an patrickpohlmannfotografie@gmx.de an mich geschickt werden – ich leite diese dann weiter. Auch Fotos von gefundenen Tieren sind willkommen, da ich häufiger einmal Fragen zwecks Identifizierung bekomme (worüber ich mich sehr freue).

Wenn du dann im kommenden Frühjahr eventuell eines der hier beschriebenen Tiere erblickst: Erfreue dich an diesem Anblick 😉 !

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25 Kommentare zu „Die Schlangen Schleswig-Holsteins – Ein kurzes Artenportrait

  1. Hallo, mein Name ist Angelika Möller, ich hatte gestern eine Schlange im Garten ca. 100 – 150 m lang, keine besondere Kennzeichnung, aber bevor ich sie fotografieren konnte zog sie sich langsam ins Gebüsch zurück. Schade, weiß also nicht um welche Arte es sich handelt. Könne es eine Schlingnatter sein?

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    1. Hallo Angelika!
      Das ist so natürlich sehr schwer zu sagen. Wenn das Tier aber wirklich 1-1,50m groß war (man verschätzt sich aber sehr leicht!), kann es keine Schlingnatter gewesen sein. Die bleiben deutlich kleiner. Die einzigen Schlangenarten in Deutschland, die eine solche Größe erreichen können, sind die Ringelnatter sowie die Aeskulapnatter. Beide Arten findet man auch gelegentlich in (naturnahen) Gärten. Die Aeskulapnatter ist in Deutschland aber nur in kleinen Teilen Hessens, Baden-Würrtembergs und Bayerns zu finden. Wohnst du in Schleswig-Holstein? Hier kann es sich bei der von dir besagten Größe nur um eine Ringelnatter handeln (1,50m wären aber auch für eine Ringelnatter extrem groß!). Wenn du in SH wohnst, wirst du mit großer Sicherheit keine Schlingnatter im Garten gehabt haben, da die Art in SH sehr selten ist und aktuell nur Vorkommen in Moor- und Heidegebieten bekannt sind. Hast du die Farbe des Tieres im Kopf?
      LG
      Patrick

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  2. Hallo, mir ist mitten im Neversdorfer See (bei Leezen)eine Schlange begegnet, die ungefähr 20 cm an mir vorbei geschwommen ist.
    Länge ca 60 bis 70 cm. Den Kopf hielt sie aus dem Wasser! Leider konnte ich die Farbe nicht erkennen! Haben Sie einen Tipp?
    Gruß Peter

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    1. Hallo 🙂
      Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird es sich um eine Ringelnatter gehandelt haben – Ringelnattern zählen zu den europäischen Wassernattern (Gattung Natrix) und sind sehr häufig in und um Gewässer zu sehen, wo sie ihre bevorzugte Beute – Amphibien – jagen. Gerade letzte Woche konnte ich mehrere Ringelnattern nahe eines kleinen Teiches bzw. auf den Seerosenblättern beobachten.
      Beste Grüße,
      Patrick

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  3. Wir haben eine schlangenhaut im garten gefunden und fotografiert. Wir sind ja zu neugierig um welche art es sich handelt. Ca 90cm groß keine musterung. Farbe graubraun. Ich tippe auf ne ringelnatter. Aber wissen tun wir das nicht. Wäre super nett, wenn uns jemand helfen könnte… Rainer und petra

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    1. Hallo! Schicken Sie mir doch mal ein Foto der Haut zu an patrickpohlmannfotografie@gmx.de

      Detailaufnahmen der Rückenschuppen wären gut (dafür die Haut einmal umkrempeln). Am wahrscheinlichsten ist hier in SH eigentlich die Ringelnatter in Gärten zu finden. Bei 90cm Länge scheint mir das eigentlich die einzige Möglichkeit, da sowohl Kreuzotter als auch Schlingnatter hier nicht so groß werden. Bei der Kreuzotter würde man bei der Haut auch noch Reste der Musterung erkennen. Bei einer Ringelnatter müsste man gekielte Rückenschuppen an der Haut erkennen.

      Beste Grüße,
      Patrick

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  4. Sehr geehrter Herr Pohlmann,
    wir haben am vergangenen Freitagmittag beim Pilzesammeln im Wald am Großensee in Stormarn, S-H., eine Schlange gesehen. Sie lag zu einer 8 verschlungen auf einem gefällten Fichtenstamm, war sehr dunkel, eher schwarz, mit einem helleren seitlichen Streifen, sehr schmal, geschätzt 40 cm lang. Ich hatte sie nicht gesehen und wollte gerade über den Stamm steigen, sie hat gezischt und ihre Zunge gezeigt, sich aber ansonsten nicht gerührt. Ich bin sofort zurückgegangen, habe den Hund gestoppt und sie aus sicherer Entfernung noch beobachtet. Sie blieb auf dem Stamm liegen. Der Wald ist ein lichter Mischwald mit vielen Spaziergängern und Hunden, jetzt eben auch Pilzsammlern. Die einzige Schlange, die wir dort schon einmal in einem Sonnenfleck direkt am Weg gesehen haben, war eine Ringelnatter, die sich aber sofort ein Stück weiter weggeschlängelt hat, um sich dann wieder zusammenzurollen. Die dunkle Schlange passt nicht zu Ihren Beschreibungen, auch ihr Verhalten nicht. Könnte es eine ausgesetzte fremde Schlange sein?

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    1. Hallo Frau Silligmann,
      danke für ihre Meldung. Konnten Sie zufällig Fotos von dem Tier machen? Schwer eindeutig zu sagen, was es gewesen ist. Sehr dunkle und sogar schwarze Ringelnattern als auch Kreuzottern kommen vor. Irritieren tut mich der helle seitliche Streifen. War dieser auf beiden Seiten des Tieres zu sehen? Oder war es evtl. die Bauchseite, die etwas heller war? Lichte Wälder kommen durchaus als Lebensraum für beide Arten in Betracht. Das einen Schlangen anzischen kommt durchaus vor, wenn die Tiere recht exponiert und eher schutzlos daliegen und man ihnen zu nahe kommt. Es bedeutet soviel wie „Vorsicht, hier bin ich“. Wenn man sie in Ruhe lässt besteht aber keine Gefahr – wenn möglich wählen die Tiere immer die Flucht. Da beide Arten aus dem nahe gelegenen Moorgebiet Kranika wohl bekannt sind, würde ich ein ausgesetztes Tier eher ausschließen (auch wenn es natürlich nicht unmöglich ist). Das nächste (bekannte) Schlingnattervorkommen ist zu weit weg und auf die Schlingnatter passt die Beschreibung auch am wenigsten. Falls Fotos vorhanden sind, können Sie mir die gerne zuschicken!
      Beste Grüße,

      Patrick

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      1. Hallo Herr Pohlmann,
        wir hatten leider keinen Fotoapparat dabei. Der hellere Streifen war auf beiden Seiten, mein Mann stand auf der anderen Seite und wir haben über den Streifen gesprochen. Er war deutlich abgegrenzt und ging nicht bis zu Unterseite. Der Kopf war nicht viel breiter als der schmale Körper und ich kann mich nicht an große oder farbige Schuppen am Kopf erinnern. Auf die Augen habe ich nicht geachtet. Könnte es auch ein Jungtier gewesen sein? Ich werde noch einmal dorthin gehen, mit Fotoapparat, vielleicht habe ich ja Glück.
        Danke für Ihre Antwort, mit freundlichen Grüßen,
        Doris Silligmann

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      2. Hallo nochmal! Also, ich habe auch nochmal einen Kollegen angesprochen. Es gibt eine Unterart der Ringelnatter mit 2 Längsstreifen, Natrix natrix persa, die hier eigentlich nicht in Schleswig-Holstein vorkommt, sondern in Süd-Ost Europa. Es gab aber wohl schonmal Funde der Unterart hier in SH, die auf Aussetzungen oder Verschleppung zurückzuführen sind. Das wäre natürlich eine Möglichkeit. Bei 40 cm würde es sich in der Tat um ein jüngeres Tier handeln (2-3 Jahre).
        Beste Grüße,
        Patrick

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  5. Hallo,
    Ich habe gerade in Hohwacht zum zweiten Mal eine Schlange gesichtet und bin mir unsicher um was es sich beim zweiten Exemplar handelt. Ich habe aber 2 Fotos gemacht. Leider kann ich diese hier nicht einfügen. Vielleicht haben sie eine Email für mich, dann könnte ich Ihnen die Bilder schicken.
    VG Ulf Henke

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  6. Hallo Hr. Pohlmann, bin total begeistert über ihre fotografischen sowie schriftlichen Beiträge. Seit ich am Itzstedter See zum ersten Mal in freier Wildbahn eine große(ca.80cm )Ringelnatter gesehen habe, lassen mich diese schönen Reptilien nicht mehr los. Bin anschließend zum Wildpark Eekhol gefahren, und habe sie mir dort live angeschaut. Sehr schöne Tiere. Machen Sie bitte weiter so und erfreuen uns mit Ihren Beiträgen. Herzlichen Dank und ganz liebe Grüße Thorsten Hagen 23866 Nahe.

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    1. Hallo Herr Hagen!
      Danke für ihre netten Worte – darüber freue ich mich sehr! Ja, Reptilien und insbesondere Schlangen haben etwas ungemein faszinierendes. Schade, dass sie immer noch so mit Vorurteilen zu kämpfen haben.
      Ihnen ein schönes Wochenende und beste Grüße nach Nahe!

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  7. Schön und wichtig, dass du dich so für den Erhalt der Arten einsetzt. Danke dafür!
    Ich habe ja in meinem Leben noch keine Schlange in Deutschland in live gesehen. Ich hoffe, dass uns die Arten erhalten bleiben und dass der Bestand irgendwie wieder anwächst. Für mich sind Schlangen schön anzusehende in faszinierende Tiere.
    Interessant finde ich auch den Teil mit der 7. heimischen Schlangenart. Die 6 anderen kannte ich, der Siebten war ich mir gar nicht bewusst.
    Liebe Grüße, Enrico

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