Ein Tag im Moor mit der Sony RX100

Der eigentliche Plan für den heutigen Tag war es, noch einmal im Rahmen des Schlingnatter Monitorings in Schleswig-Holstein, bei dem ich ehrenamtlich mithelfe, ins Moor zu fahren und das erst relativ kürzlich dort wiederentdeckte Vorkommen dieser Schlange aufzusuchen. Zu diesem Zwecke hatten wir vor ein paar Tagen künstliche Verstecke aus Dachpappen ausgelegt, die dabei helfen sollen, die heimliche Schlingnatter aufzuspüren. Im September und oft auch noch Anfang Oktober hat man bei geeigneter Witterung noch einmal vergleichsweise gute Chancen, die Tiere zu finden, bevor sie in die Winterruhe gehen. Der Wetterbericht war vielversprechend – sonnig, aber nicht zu heiß bei 19°C.

Zeitig ging es los. Bei der Fahrt über die Autobahn war die Landschaft in dichten Nebel gehüllt. Dieses Bild sollte sich auch bei meiner Ankunft in „meinem“ Moor nicht ändern. Naja, es war ja noch früh und die Sonne würde sich noch ihren Weg durch die Nebelschwaden kämpfen. Nachdem ich etwas gefrühstückt hatte, entschloss ich mich die mystische Stimmung für einen kleinen Fotospaziergang entlang des Moores zu nutzen bevor ich mich bei den ersten Sonnenstrahlen dann mitten ins Gebiet wagen würde. Ich hatte angenehmerweise nur meine neue, kleine und leichte (Achtung, Schleichwerbung 😉 ) aber beeindruckend leistungsstarke Kompaktkamera Sony RX100 dabei, die ich eigentlich mit hatte, um gefundene und kurzzeitig gefangene Schlingnattern zu Identifizierungszwecken zu fotografieren.

Nebel
Dichte Nebelschwaden.

Ich hatte das ohnehin meist menschenleere Gebiet ganz für mich. Nur in der Ferne, irgendwo im Nebel, war schon ein Bauer mit seinem Traktor auf den Feldern unterwegs.

Moos1
Moose und Bäume im Nebel

Viele kleine Details boten sich als Fotomotiv an. Immer wieder ging ich den Weg auf und ab, da der Nebel sich hartnäckig hielt. Die Herbstsonne hatte ganz schön zu kämpfen. Egal, dann machte ich eben weiter ein paar Fotos – nicht die schlechteste Beschäftigung, wenn auch nicht primäres Ziel heute.

Netz
Wer genauer hinsieht, erkennt noch die Kreuzspinne…
Moos2
Morgenimpressionen…
Baum
Der Blick ins Moor
Wald
Nebelstimmung im Wald

Als ich durch einen kleines Waldstück im nördlichen Teil des Moores gehe, erhascht eine braune Gestalt zwischen den Bäumen meine Aufmerksamkeit. Als sie mich erblickt, rennt sie erschrocken ins Unterholz: Ein weiblicher Rothirsch. Leider zu schnell für ein Foto.

Langsam schien sich die Sonne durch die Nebelbänke zu kämpfen. Das hatte länger gedauert als ich erwartet hätte – es war nun bereits halb 12. Ich entschloss mich, das zentrale Moorgebiet zu betreten und meinem eigentlichen Ziel nachzugehen. Da ich das Gebiet mittlerweile schon ein paar Mal (mit offizieller Erlaubnis!) begangen hatte, wusste ich auch, wo mich der Untergrund tragen würde und welche Ecken ich meiden sollte, um nicht unangenehm einzusinken. Ein kleiner Sprung über den Entwässerungsgraben und einige Meter durch einen Pfeifengrasbestand führten mich an eine Schwingrasendecke. Zum Glück wusste ich aus den ersten Begehungen, dass diese mich tragen würde und ich machte den ersten Schritt. Der ganze Boden unter meine Füßen kam in Schwingung – schon ein seltsames Gefühl… Schnell weiter gen trockener Pfeifengrasflur.

Pilze
Pilze im Moor

Mittels Koordinaten der Verstecke und GPS suchte ich nun die einzelnen Dachpappen auf, die wir im Gebiet an uns geeignet erscheinenden Stellen ausgelegt hatten. In so unebenem Terrain mit den Bulten aus Pfeifengras und den steigenden Temperaturen mitunter sehr schweißtreibend. Immer wieder machte ich mir Wildwechsel zu nutze, um besser vorwärts zu kommen. Der Geruch von Wild lag in der Luft. Ein Nachteil dieser Wildwechsel: Die Gräser entlang dieser Pfade sind auch bevorzugtes Habitat der Zecken. Dutzende dieser Blutsauger musste ich von meiner Kleidung und Haut abschütteln – einige fanden dann doch ihren Weg an mein Blut.

Ich hingegen wurde nicht fündig. Auch mit künstlichen Verstecken ist so eine Schlingnattersuche mitunter ein Glücksspiel. Außerdem war es zu schnell dann doch zu heiß für Schlangen geworden – die Bodentemperaturen liegen durch die intensive Sonneneinstrahlung oft weit über der Lufttemperatur. Da wärmen sich die Tiere dann bevorzugt in Erdlöchern oder gut versteckt zwischen Gräsern auf.

Versteck
Schlingnatterhabitat. Unten links: eine Dachpappe als künstliches Versteck zur Schlingnatter-Suche.

Also musste ich mich auf den Rückweg machen, nicht ohne dabei noch einmal von einem davonlaufenden weiblichen Rothirsch erschrocken zu werden.

Auch ohne Schlingnatter waren das heute doch ein paar schöne Impressionen für mich.

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4 Kommentare zu „Ein Tag im Moor mit der Sony RX100

  1. Moin Patrick,
    schöne Story und tolle Bilder! Hab mich gefühlt, als wäre ich dabei gewesen.Die Natur ist eben unberechenbar, was? 🙂
    Deine Sony scheint ja echt was herzumachen, hab mir auch schon überlegt in Zukunft eine Kompakte anzuschaffen, manchmal ist die DSLR doch zu schwer und globig (aber ich schlepp sie trotzdem dauern mit 😛 )
    Beste Grüße aus Suva,
    Tom

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    1. Hey Tom!
      Dankeschön! Ja, man weiß nie, was man bekommt und das macht es so spannend, nicht wahr?!
      Ja, gelegentlich mag ich es einfach zu knipsen und da ist so ne kleine Kompakte echt angenehm. Unter den Edelkompakten gibt es ja mittlerweile echt ne gute Auswahl! Letzten Endes wird sie die Schlepperei der großen Kamera aber doch nicht ablösen 😉 Das gehört halt dazu!
      Beste Grüße dir nach Suva!
      Patrick
      Aber

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