Wanderung zum Naturschutzgebiet Bottsand

Von Laboe ging es zu Fuß entlang der Ostseesteilküste Richtung Wendtorf. Schon der Weg in Richtung des Naturschutzgebiets Bottsand ist landschaftlich und aus ornithologischer Sicht interessant.

Immer wieder hört man den charakteristischen Ruf des Großen Brachvogels und wenn man genau hinsieht erblickt man ihn auch oft zwischen Möwen und anderen Vögeln im flachen  Wasser der Ostsee umher waten. Der Große Brachvogel erfährt seit den 1950er Jahren leider einen deutlichen Bestandsrückgang v.a. durch Lebensraumverlust (intensivere Nutzung von Mähwiesen und Weiden etc.).
Leider waren die Tiere deutlich scheuer als die allgegenwärtigen Möwen und suchten meist das Weite bevor ich die Gelegenheit hatte, sie fotografisch anprechend festzuhalten. Wer sich aber einmal länger geduldig an den Strand setzt, hat sicherlich die Möglichkeit den Großen Brachvogel intensiver zu beobachten. Mein Ziel war jedoch das NSG Bottsand bei Wendtorf. Vorbei ging es an einigen größeren Kormoranansammlungen und schon bald waren die Brackwasserröhrichte des Naturschutzgebiets zu erkennen.
Der Bottsand ist ein sogenannter Nehrungshaken. Er entstand dadurch, dass Schlick und Sand an anderer Stelle durch Wind und Meeresströmungen abgetragen wurden und im heutigen Bereich des Bottsandes anlandeten.
Dadurch konnten vielfältige Lebensräume entstehen.
Der Nehrungshaken schließt die Bottsandlagune ein – dieser Flachwasserbereich mit seinen Sand- und Schlickwattflächen bietet für viele Tiere eine Lebensgrundlage. Große Vogelschwärme (z.B. Brandgänse) sind hier zu beobachten. U.a. brüten im NSG Bottsand Zwergseeschwalben, Küstenseeschwalben, Austernfischer, Rotschenkel (mit leider rückläufigen Zahlen aufgrund von Prädatoren wie Fuchs, Marder und Iltis) sowie diverse Singvögel. Der Bottsand ist desweiteren wichtiger Rastplatz für durchziehende Vögel auf dem Weg in ihr Überwinterungsrevier. Rund 20 sogenannte „Limikolen-„Arten – das sind Watvögel, Möwen und Seeschwalben – wurden hier gezählt. Darunter finden sich z.B. Zwergstrandläufer, Sandregenpfeifer oder der oben genannte Große Brachvogel.
Doch nicht nur für Vögel ist das NSG ein zu Hause. Der vielfältige Lebensraum aus Röhrichtbeständen, Salzwiesen, Trockenrasen und Sanddünen ist u.a. Habitat für Waldeidechse, Erdkröten, Insektenfresser wie Igel und Maulwurf und diverse Wirbellose wie Meerstrand-Wolfsspinne, Distelfalter, Tagpfauenauge und Admiral.
Am Strand gab es sogar einzelne Beobachtungen von Kegelrobbe und Seehund.
Wer mehr über das Naturschutzgebiet erfahren möchte, sollte sich einmal die Seite des NABU (http://www.nabu-bottsand.de/) anschauen und vor Ort die NABU Naturstation Bottsand besuchen.

 


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2 Kommentare zu „Wanderung zum Naturschutzgebiet Bottsand

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